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Historische Wanderungen zu den Naturdenkmalen auf Gemarkung Hildrizhausen – Teil 6 der Serie


Lindachspitzhütte

Bild 1

Rasthütte mit angrenzendem Grillplatz am Zusammenfluss von Lindach und dem Bach Alte Saufangklinge.

Bild 2

Bild 3


Volkssagen aus dem Schönbuch (Teil 2)

Aus Pfrondorf stammt die letzte Erzählung vom Ranzenpuffer, die dort noch im Jahre 1865 vom Gemeindewaldschütz und von einem Gemeinderatsmitglied berichtet wurden.

„Es ist mir nur ein einziger Fall in meinem Leben vorgekommen, von dem ich annehmen muss, dass der Ranzenpuffer dabei im Spiel war. Es war um die Adventszeit des Jahres 1818, als ich, damals ein Bursche von 19 Jahren, eines Abends spät vom Ortsvorsteher noch den Auftrag erhielt, eine dringende Bestellung alsbald an den Hofgärtner auf dem Einsiedel zu überbringen, der damals eine berühmte herrschaftliche Baumschule verwaltete. Ich vollzog diesen Auftrag ohne Säumen und trat, als ich dem Hofgärtner das Schreiben übergeben hatte, ohne mich auf dem Einsiedel aufzuhalten oder etwas zu genießen, in der Nacht den Heimweg an. Für diesen wählte ich den näheren Fußweg, der über eine mitten im damaligen Staats-, jetzt Pfrondorfer Gemeindewald gelegene kleine Wiesenfläche, das Pfrondorfs- oder wüste Wiesle genannt, führte. In der Mitte dieser Wiese angelangt, vernahm ich hinter mir einen scharfen Pfiff. Ich blieb stehen, schaute rückwärts und rief: „Was gibt's?“ Erhielt aber keine Antwort, konnte auch niemanden wahrnehmen. Als ich weiterlief, ertönte ein zweiter Pfiff mit dem gleichen erfolglosen Zuruf von meiner Seite. Als bei abermaliger Fortsetzung meines Weges der Pfiff zum dritten Male ertönte, antwortete ich mit derjenigen Redensart, die man bei uns Einladung zur Kirchweih nennt. Doch kaum war mir dieses Wort entfahren, als ich von unsichtbarer Hand eine so entsetzliche Ohrfeige erhielt, dass ich der Länge nach zu Boden stürzte; in demselben Augenblick stand die ganze Wiese in Feuer, und die Brandklinge hinab tobte ein Sturm, wie wenn der ganze Wald zusammenbrechen müsste. Ich eilte so sehr ich konnte der Heimat zu, wo meine Eltern und alle übrigen, welchen ich den Vorfall erzählte, mit mir der Überzeugung waren, dass nur der Ranzenpuffer mir diesen Streich habe spielen können."

Quelle: Der Waldwanderer im Schönbuch, Autor und Verlag: Walter Hahn, Weil im Schönbuch, 1972


Kaiserstand (Gemarkung Herrenberg)

Bild 4

Bild 5
Rückseite

Nahe der Lindachspitzhütte im Talgrund des Mähdertales steht der Kaiserstand, ein mächtiger Sandsteinblock. Die Inschrift „Kaiserstand 8. November 1893“ erinnert an die beiden einzigen Jagdtagen, die Kaiser Wilhelm II. im Schönbuch verbrachte. War am ersten Tag die Jagdstrecke im Entringer Revier noch ordentlich, kam am 8. November ein eiskalter Sturm auf, das Wild ließ sich nicht heraustreiben und nur vier Stück Wild kamen zur Strecke, zwei davon vom Kaiser erlegt.

Dieser war aber unzufrieden und kehrte des Abends dem Schönbuch und der illustren Jagdgesellschaft den Rücken, um seinen Vetter in Hechingen zu besuchen. Auch an den folgenden Tagen erschien er nicht mehr, zu sehr war er wohl von den reichen Strecken in seinen preußischen Jagden verwöhnt.

Trotzdem wurde im Herbst 1907 an der Stelle, wo seine Majestät 14 Jahre zuvor geruhten sich zu ärgern, ein Denkmal errichtet, gestiftet vom damaligen Forstmeister Ludwig Volz (1864-1950), Forstamtsleiter in Herrenberg von 1900-1932. Dieser nutzte den Stein, um auf seiner Rückseite die Inschrift anbringen zu lassen: „Der Weg zum Stellenhäusle bis hierher wurde gebaut 1901 bis 1907“ – und setzte damit auch sich und seinen „Leuten“ ein Denkmal. Der Stein ist vom Steinhauer Ruck aus Hildrizhausen. Volz lebte bis 1950 im Waldhaus/Hildrizhausen und fand seine letzte Ruhe an der Nikomedeskirche in Hildrizhausen.


Bild 6
Gesellschaft mit gestreckten Hirschen vor der Königsjagdhütte am 8. November 1893; hinter dem großen Hirsch: König Wilhelm II. von Württemberg (mit Gewehr) und (rechts davon) Wilhelm II., Deutscher Kaiser.


Bild 7


Hangquellmoor Lindach (Ökologisches Pflanzenbiotop)

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Hangquellaustritt, z.Zt. nur geringe Feuchte, kein fließendes Wasser.
Fläche ca. 0,08 ha, steht unter Naturschutz.

Bild 9


Moore (Wikipedia)

Moore sind nasse, mit niedrigen Pflanzen bewachsene Lebensräume. Der ständige Wasserüberschuss aus Niederschlägen oder Mineralbodenwasser bedeutet einen Sauerstoffmangel und führt zu einem unvollständigen Abbau der pflanzlichen Reste, die als Torf abgelagert werden. Durch die Anhäufung von Torf wächst die Oberfläche von lebenden Mooren in die Höhe.
Im Gegensatz zu Sümpfen herrscht in Mooren eine permanente Wassersättigung. Gelegentliches Austrocknen führt in Sümpfen zu einem vollständigen Abbau der organischen Substanz zu Humus. In Mooren hingegen ist dieser Abbau durch die permanente Wassersättigung gehemmt, sodass Torf entstehen kann. Moore werden in der Bodenkunde als Moorböden bzw. organische Böden erfasst. Eine grobe Untergliederung teilt die Moore nach ihrer Geländeform und Lage in Hochmoore und Niedermoore ein.

Quellmoore
Bild 10
             Skizze Niederungsquellmoor                      

Bild 11
Skizze Hang-Quellmoor

Quellmoore entstehen, wenn aus dem Untergrund Quellwasser aus dem Boden tritt. Sind die Quellausschüttungen ergiebig, dauerhaft und gleichmäßig, sodass eine permanente Wassersättigung gegeben ist, kann sich Torf und damit ein Quellmoor bilden. Quelltorfe sind bedingt durch den hohen Sauerstoffgehalt der Quellwässer und kleinflächiger Austrocknung meistens stark zersetzt. Durch Auswaschungen aus den Grundwasserleitern (Sand, Schluff, Ton) sind sie oft schlammig. Je nach Geländeform sind die Moore als Hangquellmoore an flachen Unterhängen oder als Niederungsquellmoore in Tälern ausgebildet. Bei hohem Kalkgehalt des Quellwassers, wie es in Gebieten mit Kalkstein oder Geschiebemergel anzutreffen ist, können sich Kuppen aus fast reinem Kalk (Wiesenkalk) und bei gleichzeitig hohem Eisengehalt aus Eisenockerschlamm bilden. Diese Kuppen können bis zu 10 Meter hoch und bis zu 200 Meter breit werden. Torfe bilden sich in diesen Mooren vorwiegend am Rand der Kuppen, wo sich das Quellwasser staut. Diese sind aufgrund des hohen Kalkgehaltes meist hochzersetzt. In Altmoränenlandschaften sind die Böden meistens tief entkalkt. Die Quellmoore in diesen Regionen sind zwar basenreich aber zugleich kalkfrei. Auch in kristallinen Mittelgebirgsregionen ist das Quellwasser kalkarm bzw. kalkfrei. Diese Quellmoore erreichen meistens nur geringe Mächtigkeiten.

Hangmoore
Bild 12
                     Skizze Hangmoor

Hangmoore entstehen an Hängen, also Orten mit schwach geneigter Oberfläche, durch Überrieselung mit mineralstoffreichem Wasser aus oberhalb liegenden Bächen und Rinnsalen, das auf der Oberfläche sowie in den oberen Bodenschichten der Hänge mit stauendem Untergrund langsam abwärts sickert. Wenn der Boden aufgrund der ständigen Wasserzufuhr permanent wassergesättigt ist, kann sich ein Hangmoor ausbilden. Das von oben in das Moor zufließende Wasser sickert abwärts. Durch das Aufstauen beim Eindringen des Wassers in den Torfkörper wachsen Hangmoore am oberen Ende regelrecht hangaufwärts.


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Verfasser: Gemeinde Hildrizhausen, 31.03.2015



Alle Angaben sind "ohne Gewähr" - für die Richtigkeit ist der Verfasser verantwortlich.