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Interessenkreis Ortsgeschichte Hildrizhausen


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Historische Wanderungen zu den Naturdenkmalen auf Gemarkung Hildrizhausen – Teil 7 der Serie


Neurathseiche (Quercus robur – Stieleiche) und v. Neurath-Stein im Lindach

Bild 1

Benannt nach dem Minister und Hofjägermeister Freiherr von Neurath.

Alter ca. 400 Jahre
Stammumfang in 1 m Höhe: 3,82 m
Höhe ca. 32 m
Kronendurchmesser ca. 26 m


Neben der Eiche steht das Kleindenkmal „Neurath-Stein“.

Bild 2


Constantin Sebastian Freiherr von Neurath

Bild 3

Der Neurathstein und die Neurathseiche erinnern an das jagdliche Wirken des früheren Hofjägermeisters Constantin Sebastian Freiherr von Neurath (1847 – 1912).

Baron v. Neurath wohnte während seiner Jagdausflüge im Schönbuch regelmäßig in der Kohlhauhütte im Staatswald Distrikt Lindach.

Von Baron von Neurath ist überliefert, dass er als Jäger außerordentlich bescheiden gelebt hat. Bei der Bevölkerung war er aufgrund seiner Großzügigkeit beliebt. Er soll 18 Jahre lang jedes Jahr während der Hirschbrunft in der Kohlhauhütte gehaust haben. Er wurde von dem Hildrizhauser Christian Reichard in diesen Zeiten gefahren und auch bekocht.

Besondere Berühmtheit erlangte von Neurath am 20. Dezember 1890 bei einer Treibjagd im Herrenberger Stadtwald, bei der er einen kapitalen Dreistangenhirsch erlegte.

Leben: Constantin Sebastian Freiherr von Neurath (geb. 16. März 1847 in Stuttgart, gestorben 3. Juni 1912 in Kleinglattbach), war ein württembergischer Jurist, Politiker und Kammerherr.

Constantin von Neuraths Vater Constantin Franz von Neurath war württembergischer Außenminister, Justizminister und Präsident des Geheimen Rats. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stuttgart studierte Neurath von 1865 bis 1870 Rechtswissenschaften an den Universitäten in Tübingen und Heidelberg. Er reiste mehrfach nach Italien und Österreich und beteiligte sich im 1. Württembergischen Dragonerregiment Nr. 23 im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871. 1872 heiratete Neurath Mathilde Freiin von Gemmingen-Hornberg (geb. 1847, gest. 1924). Neurath war evangelisch und hatte drei Söhne, darunter den späteren Reichsaußenminister Konstantin von Neurath (1873 bis 1956), der in der Weimarer Republik die Deutsche Geschichte wesentlich mitbestimmte. Im Rahmen seiner politischen Betätigung gehörte Constantin von Neurath von 1881 bis 1890 als Abgeordneter der Deutschen Reichspartei dem Reichstag an. Als Gutsbesitzer avancierter Neurath zum Oberkammerherrn am württembergischen Königshof. Er war ein enger Vertrauter von König Wilhelm II.


Förster-Eiche im Lindach

Bild 4

Alter etwa 400 Jahre
Stammumfang in 1 m Höhe: 4,85 m
Höhe ca. 31 m
Kronendurchmesser ca. 24 m

Neben der Eiche steht ein Gedenkstein mit den Namen der Leiter des Forstamtes seit 1801 (Försterstein). Errichtet von Forstmeister Volz. Siehe Ludwig Volz Tanne und auch „Försterstein in Kleindenkmale im Naturpark Schönbuch, Interessenkreis Ortsgeschichte Hildrizhausen“.

Bild 5


Försterstein

Bild 6

Er steht im Staatswald Lindach südlich Hildrizhausen unter der 400 Jahre alten Förstereiche und trägt die Namen der Forstleute, die in den vergangenen 200 Jahren in diesem Wald gewirkt haben.

Diese Namensreihe auf dem Försterstein steht für 200 Jahre Waldaufbau. Wald-pflege und nachhaltige Waldnutzung; sie steht auch für die 200-jährige Entwick¬lung von der Forsthuth über das Revier¬amt, die ihren Sitz bis 1891 in Hildriz¬hausen hatten, bis hin zum Herrenberger Forstamt.

Schon seit dem 17. Jahrhundert saßen Rei¬ßige, also berittene Forstknechte, in Hild-rizhausen, denen die Obhut der umliegen¬den herzoglichen Wälder anvertraut war. Noch bis zum Amtsantritt von Revierförs¬ter Lausterer hatten diese „Förster" aber keine gründliche forstliche Ausbildung. Sie kamen aus dem viel angeseheneren Jägerstand oder waren ausgediente Sol¬daten, angelernt vom Vorgänger. Nur Schäfer hatten das „Forsthandwerk" in Bebenhausen gelernt. Der äußerst tüchtige Revierförster Landenberger etwa hatte, ehe er in die Staatsverwaltung eintrat, Theologie in Tübingen studiert. Erst mit Lausterer, dem letzten Hildrizhausener Oberförster, kam ein Beamter auf das Revieramt, der die Forstwissen¬schaften an der Land- und Forstwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim studiert hatte. Er folgte 1891 dem Ruf der Stadt Herrenberg, bewirkte die Verlegung des Amtes in die Stadt und wurde Herrenberger Bürger. Seit 1802 waren auch die Wälder der Gemeinden unter die Obhut der staatlichen Förster gestellt und Her¬renberg war nun einmal der größte Wald¬besitzer im Amt.

Unter seinen allesamt an den Universi¬täten in Tübingen und später in Freiburg ausgebildeten Nachfolgern wurden dem 1902 gegründeten Staatlichen Forstamt Herrenberg nach und nach die Wälder des ganzen westlichen Schönbuchs und des Gäus zur Bewirtschaftung und Betreuung zugeteilt.

Seit dem Jahr 2005 ist dieses Forstamt aufgehoben - es ging im neu errichteten Kreisforstamt Böblingen auf.
Quelle: Hansjörg Dinkelaker, Forstdirektor a.D.


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Verfasser: Gemeinde Hildrizhausen, 14.04.2015



Alle Angaben sind "ohne Gewähr" - für die Richtigkeit ist der Verfasser verantwortlich.