normale Schriftgrere Schriftkleinere Schrift
Gemeinde Hildrizhausen
Asiatischer Laubholybockkaefer

 ALB Informationen

Bundestagswahl 2017

Wahlergebnis
Bundestagswahl 2017  width=aus Hildrizhausen anzeigen

Ortsplan

Ortsplan
zum aktuellen Notdienstkalender  Notdienstkalender

Öffnungszeiten

Montag-Freitag:
09.00 Uhr - 12.00 Uhr
Donnerstag:
16.30 Uhr - 18.30 Uhr
und nach telefonischer
Vereinbarung

Kontakt

Rathaus Hildrizhausen
Herrenberger Straße 13
71157 Hildrizhausen
Fon: 07034 / 9387-0
Fax: 07034 / 9387-40

Naturdenkmale auf Gemarkung Hildrizhausen - Folge 2

Schönbuch-Wald

Einführung

 

Nach der Vorstellung der Geschichte des Naturparks Schönbuch im Beitrag „Kleindenkmale im Naturpark Schönbuch“ wollen wir vor dem Beitrag „Naturdenkmale im Naturpark Schönbuch“ die grüne Insel zwischen Stuttgart und Tübingen aus heutiger Sicht vorstellen.


Der Wald

Auf einen Deutschen kommen 85 Bäume (aus Sonntag Aktuell, 20. März 2011). Baden-Württemberg gehört zu den waldreichsten Bundesländern. 1,4 Millionen Hektar Wald bedecken den Südwesten. Das entspricht 40 Prozent der Landesfläche. Seit Jahren wird mehr Wald angepflanzt als gerodet. Die Waldfläche nimmt deshalb jährlich um zwei Quadratkilometer zu. Bundesweit wächst auf elf Millionen Hektar Wald. Das entspricht einem Drittel der Fläche der Bundesrepublik. In den vergangenen 40 Jahren wuchs die Waldfläche um eine Million Hektar. Deutschland besitzt mit 3,4 Milliarden Kubikmetern die größten Holzvorräte Europas. Mit dieser Menge ließe sich der Starnberger See füllen.


2011 war das Internationale Jahr der Wälder

Die Vereinten Nationen haben 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder ernannt. Damit wollren sie einen Beitrag zum Erhalt der Wälder leisten. In Deutschland möchten die Bundesregierung, Länder, Wirtschaft und Verbände den Blick der Menschen stärker auf den Wald lenken und ihn als Naturraum und als Wirtschaftszweig erfahrbar machen. Dazu wurde die Kampagne „Entdecken Sie unser Waldkulturerbe“ ins Leben gerufen. Sie schickte die Bürger mit mehr als 5000 Veranstaltungen auf Entdeckungsreise – ins Waldland Deutschland.


Baum des Jahres: die Elsbeere

Die Elsbeere, auch edle Unbekannte genannt, wurde zum Baum des Jahres 2011 gekürt. Er ist in Vergessenheit geraten. Früher wurden die Früchte als Arznei gegen Ruhr eingesetzt, eine entzündliche Erkrankung des Dickdarms, ausgelöst durch Bakterien.


Der Schönbuch - Naturpark und Erholung

Schönbuch

Die blaue Linie auf der Karte zeigt die Grenzen des Schönbuchs, die violetten Linien sind die Gemarkungsgrenzen.

In Deutschland gibt es gegenwärtig 91 Naturparks. Sieben davon liegen in Baden-Württemberg. Der Schönbuch mit rund 15.600 Hektar ist der kleinste, aber auch der älteste Naturpark. Seine Fläche entspricht der Fläche des Fürstentums Liechtenstein.

Im Ballungsraum des Mittleren Neckars ist er als größtes zusammenhängendes Waldgebiet für die Naherholung von hoher Bedeutung. 1,6 Millionen Menschen leben im Umkreis von 30 km. Und an Frühlingstagen sind es bisweilen 100.000 Erholungssuchende, die den Schönbuch wandernd, spazierend oder radfahrend durchstreifen.


Eichen im Schönbuch

Die überwiegende Zahl der Naturdenkmale im Schönbuch auf Gemarkung Hildrizhausen sind Eichen.

Eichen (Quercus) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Buchengewächse. Die Gattung umfasst etwa 400 bis 600 Arten, sie sind einhäusig getrenntgeschlechtig, d.h. eine Eiche trägt sowohl männliche wie weibliche Blüten. Eichen beherbergen eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten (bis zu 1000 Arten in einer Krone). In Deutschland sind die Eichen mit neun Prozent nach den Buchen die verbreiteste Laubbaum-Gattung.

Überwiegend finden wir im Schönbuch Stiel-Eichen (Quercus robur), auch Sommer- oder Deutsche Eiche genannt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde aus dem östlichen Nordamerika die Roteiche eingebürgert, erkenntlich an den großen Blättern, leuchtend rot im Herbst. Die in dieser Serie beschriebenen Naturdenkmale sind in der Regel Stiel-Eichen.

Viele der alten Eichen sind Zeugen der Zeit als der Schönbuch vorwiegend als Waldweide genutzt wurde (Hute Eichen), als Regenschutz, Schattenspender und Nahrungsangebot (Eicheln) für die Tiere. Übrigens, 2011 war ein „Eicheljahr", bis zu ca. 1000 Stück auf den Quadratmeter.

Waldwirtschaft: Die Eiche ist ein Lichtbaum, d.h. sie braucht viel Licht, um ihre Krone voll ausbilden zu können. Sie steht damit in starker Konkurrenz zur Buche oder anderen Laubbäumen, die ja schneller wachsen. Als Nutzholz soll die Eiche groß und gerade gewachsen sein, um möglichst viele Raummeter als Wertholz liefern zu können. Ein solcher Stamm soll ohne Äste (Reiser) und mindestens sechs Meter hoch sein.

Wie versucht die Forstwirtschaft, dies kostengünstig zu erreichen? Damit der Stamm hoch und astfrei wird, soll er im Schatten anderer Bäume wachsen. Sonneneinstrahlung auf den Stamm würde die Astbildung fördern und den Wert mindern. Also pflanzt man um eine Gruppe junger Eichen junge Laubbäume und wartet wie sie sich entwickeln. Die Setzlinge konkurrieren miteinander und streben so gleichzeitig dem Himmel entgegen. Einige bleiben auf der Strecke bzw. müssen nach einigen Jahren der stärksten weichen. Nachdem eine Eiche ihre Höhe erreicht hat, dürfen die umgebenden Laubbäume die Kronenbildung der Eiche nicht mehr behindern, es muss wieder Platz geschaffen werden.

So hofft man aus diesem Pflanz-Trupp mindestens eine kräftige wertvolle Eiche in 200 Jahren hervorzubringen.

 

 

vorherige Folge                     zurück zur Übersicht                      nächste Folge