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Gemeinde Hildrizhausen
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Herrenberger Straße 13
71157 Hildrizhausen
Fon: 07034 / 9387-0
Fax: 07034 / 9387-40

Flurnamen der Gemeinde Hildrizhausen

Die Flurnamen wurden von Frau Anne Elisabeth Schindele, genannt Anneliese, geb. Hahn, Danziger Str. 29 in 73312 Geislingen, früher Ehninger Str. 15 in 71157 Hildrizhausen, als Zulassungsarbeit zur 1. Dienstprüfung 1955 zusammengestellt und uns freundlicher- und dankenswerter Weise zur Veröffentlichung übergeben.

Die Rechte liegen beim Staatsarchiv Ludwigsburg: Signatur EL 251 II, Bü 453.
Bearbeitet von Wolfgang Lehmann und Seev Bar, Interessenkreis Ortsgeschichte Hildrizhausen.
Luftaufnahme der Gemeinde Hildrizhausen von 2010Gemeindeansicht  von 1683 (Kieser) der Gemeinde Hildrizhausen

Einleitung

Häufig wird Hildrizhausen in alten Urkunden als „Hausen im Schönbuch“ bezeichnet. Dieser Name drückt den wichtigsten Wesenszug dieser Siedlung aus.

Noch heute ist der Schönbuch ein zusammenhängendes großes Waldgebiet, zwischen den Städten Böblingen - Tübingen in nord-südlicher Richtung und Herrenberg - Nürtingen in west-östlicher Richtung sich ausdehnend.

Das Gebiet nördlich der West-Ost-Linie ist von mehreren Feldmarkungen unterbrochen, während der südliche Teil ein geschlossenes Waldgebiet darstellt. In diesem letzteren Abschnitt liegt auch der Waldbesitz der Gemeinde, denn Hildrizhausen liegt gerade an der Scheide der beiden Teile. Die Hildrizhausener betrachten damit dieses riesige Waldgebiet als "ihren Wald", dessen Möglichkeiten auszunutzen ihnen zusteht.

Entsprechend dieser Lage ist die Markung der Gemeinde nur im Osten nicht vom Wald begrenzt. Dies wurde für die neuere Zeit immer bedeutender, denn durch diese "Lücke" bekommt das Dorf Anschluss zum dichter besiedelten Gebiet, zur Stadt, zu anderen Wirtschaftsgebieten. So sind, nachdem die 4 km bis zur Bahn (Ehningen und Holzgerlingen) überwunden sind, sehr rasch die beiden Industriestädte Böblingen und Sindelfingen sowie Stuttgart erreicht.

Hildrizhausen hat als Schönbuchgemeinde (500 m über N.N.) mit 1.216 ha Gesamtbesitz (davon 497 ha Felder) eine herrliche Lage im Hinblick auf die landschaftlichen Reize, wenn auch nicht so sehr im Hinblick auf die Bodenfruchtbarkeit.

 

 

Die Bedeutung und Bildung der Flurnamen

Die Flurnamen bilden einen wichtigen Teil im täglich gebrauchten Sprachschatz, besonders bei Bauern und bei den Forstbeamten. Wie man nur über eine Person sprechen kann, wenn man sie mit irgendeinem Namen bezeichnet, so muss der Bauer Namen schaffen, damit er seinen Besitz in Gedanken, beim Gespräch und bei der Arbeit benennen kann.

In diesem Namen legt er das nieder, was ihm an seinem Flurstück wesentlich und auffällig ist.

Die Flurnamen der Gewanne sind ja heute "amtlich" festgelegt, doch wenn man den Bauern beim Gespräch zuhört, merkt man, dass hier ein endgültiges Festlegen unmöglich ist. Es werden fortlaufend neue Namen geschaffen, und andere geraten in Vergessenheit. Die Lagerbücher aus der Zeit vor der Landesvermessung zeigen, wie viel mehr noch in jener Zeit die Notwendigkeit der Namenschöpfung bestanden hat, denn die Flurstücke mussten möglichst genau beschrieben werden, da sie ja noch keine Parzellennummer hatten. In dieser Zeit war es also am besten, wenn das Flurstück einen Eigennamen hatte. Manche dieser Eigennamen kannte nur eine Generation, andere wurden über Jahrhunderte gebraucht.

Viele Namen können nur von dem Besitzer, der den Namen gab, gedeutet werden. So begegnete mir als Name einer Wiese: "im Turm". Der Bauer hatte den Namen in Anlehnung an die Form der Wiese gegeben: Den unteren, rechteckigen Teil nannte er Läutkammer, und der spitze Teil war der Turm. Ein anderer Bauer nannte seine Wiese "weiße Wies", weil er sie von einem Bauern namens Weiß gekauft hat. Im Namen zeigt sich so die ganz persönliche Beziehung zu dem Flurstück und eine Deutung der überlieferten Namen ist daher oft unmöglich. Doch lassen sich viele durch die Kenntnis der Zustände in früherer Zeit und durch Vergleiche mit verschiedenen Markungen erschließen.

Der Bauer gebraucht die gegebenen Namen so häufig, dass er sich in den meisten Fällen gar keine Gedanken macht, wie der Name entstanden sein könnte, genau so wenig wie er sich über die Wurzeln seines übrigen Sprachschatzes besinnt.

Die Flurbezeichnungen im Wald sind zum größeren Teil nicht sehr alt. Der Wald ist weniger übersichtlich und nicht so intensiv bewirtschaftet wie die Flur, somit sind nur wenige markante Stellen bezeichnet. Erst als der Wald zu "Tannen-und Buchenkulturen" umgewandelt wurde, schuf man, entsprechend den Gewannnamen, Abteilungsnamen.

 

 

Quellen:

  • Bück: Oberdeutsches Flurnamenbuch
  • Fischer: Schwäbisches Wörterbuch
  • Pfarrer Fischer: Aus der Geschichte von Hildrizhausen
  • Graner Ferdinand: Geschichte der Waldgerechtigkeiten im Schönbuch
  • Vogt Hess: Herrenberger Chronik
  • Huttenlocher: Filder, Glemswald und Schönbuch
  • Keinath: Flurnamenbüchlein
  • Dr. Schäfer: Die ältere Geschichte Altdorfs bis zur Reformation
  • Volz: 700 Jahre Herrenberg
  • Flurkartenatlas der Gemeinde Hildrizhausen
  • Königreich Württemberg: Schwarzwaldkreis
  • Oberamtsbeschreibung des Oberamts Böblingen
  • Oberamtsbeschreibung des Oberamts Herrenberg
  • Württembergisches Urkundenbuch (Band 8)
  • Württembergische Vierteljahrshefte (34. Jahrgang)
  • Zeitungsausschnitte aus den Heimatzeitungen
  • Google Earth

Archivalien:

  • Güterbücher auf dem Rathaus, ab 1783
  • Geistliche und weltliche Lagerbücher des Staatsarchivs
  • Chronik von Pfarrer Eyselin
  • Viele Deutungen und Angaben stammen von alten Bauern.