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Gemeinde Hildrizhausen
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Bericht über den Waldbegang und die anschließende Gemeinderatssitzung am 11. September 2012


Bürgermeister Schöck konnte zum diesjährigen traditionellen Waldbegang auf dem Parkplatz beim Stellenhäusle neben den Mitgliedern des Gemeinderates auch den örtlichen Revierleiter, Herrn Manfred Demattio, einen Teil der örtlichen Jagdpächter, einige interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie die Vertreter der Presse begrüßen.

Waldbegang


Zu Beginn erinnerte er nochmals an die Bedeutung des Waldes in Hildrizhausen, die sich schon anhand folgender Zahlen ergibt: von der gesamten Gemarkungsfläche (1.216 ha) sind 637 ha und damit 52 % Wald. Im Eigentum der Gemeinde befinden sich 297 ha Wald, also knapp 25 % der Gemarkungsfläche.

Auf dem Weg zur Kreuzung an der Prinz-Friedrich-Eiche, wo die Fahrzeuge abgestellt werden konnten, stieß in der Abteilung 12 (Bereich „Galgenhau“) auch der stellvertretende Leiter des Kreisforstamtes Böblingen, Herr Christian Kirch, zur Gruppe. Dieser wartete schon vor Ort, um gemeinsam mit Herrn Demattio an dieser Stelle den guten Zustand einer nach dem Orkan „Lothar“ am 26. Dezember 1999 wieder aufgeforsteten Fläche, die zwischenzeitlich auch mehrfach durchgepflegt wurde, zu erläutern.

Während des gut einstündigen Rundgangs durch den Gemeindewald mit Stationen in der Abteilung 13 (Bereich „Mönchkeller“) ging Herr Kirch anhand eines noch heute im Landschaftsbild erkennbaren Beispieles zunächst ausführlich auf die Entstehung, Bedeutung und Funktion historischer Karten und Wege ein. Ebenso gingen Herr Demattio und Herr Kirch vor Ort auf einen Teil des im Jahr 2013 geplanten Holzeinschlages sowie auf in der Vergangenheit durchgeführte Jungbestandspflegemaßnahmen näher ein.

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Waldbegang

 

Während des Waldbegangs beantworteten die beiden Vertreter des Kreisforstamtes auch ausführlich die jeweiligen Nachfragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so dass am Ende keine Frage offen blieb.

Die ursprünglich im Anschluss an den Waldbegang geplante Gemeinderatssitzung zur Beratung des Kultur- und Nutzungsplanes für den Gemeindewald 2013 auf dem Grillplatz „Sandgrube“ mit anschließendem gemütlichen Beisammensein fiel aufgrund des Regens leider buchstäblich ins Wasser, so dass dieser Teil des Abends in den Sitzungssaal des Rathauses verlegt werden musste. Trotzdem wurde im Rathaushof gegrillt, so dass zumindest bei der Verpflegung keine Abstriche gemacht werden mussten.

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung ging Bürgermeister Schöck insbesondere auf die wichtigsten Kennzahlen der Jahre 2012 und 2013 ein.

Ergebnisse des Waldwirtschaftsjahres 2012

Im Jahr 2012 wurde bisher ein Holzeinschlag von rund 1.855 fm vorgenommen. Die voraussichtliche Gesamtmenge liegt damit lediglich um 25 fm über dem ursprünglichen Planziel von 1.830 fm. Der 10-jährige Durchschnitt der Forsteinrichtung sieht ebenfalls eine Jahresmenge von 1.850 fm vor.

Im Jahr 2012 musste bisher erfreulicherweise fast kein Sturm- und Käferholz aufgearbeitet werden. Durch den Verkauf von Holzmengen aus dem Einschlag 2011 und stabile Preise im Jahr 2012 fällt das wirtschaftliche Betriebsergebnis im Jahr 2012 positiv aus. Die Holzerlöse werden voraussichtlich den im Haushaltsplan festgelegten Wert von 104.000 € um über 14.000 € überschreiten.
Auf der Ausgabenseite wurden die Arbeiten für die Jungbestandspflege wieder vollständig an einen Unternehmer vergeben. Die Kosten in Höhe von rund 19.000 € werden etwa zu 40 % durch einen Landeszuschuss abgedeckt. Die Ausgaben für den Holzeinschlag und das Anrücken werden nach den bisherigen Daten voraussichtlich um ca. 1.000 € niedriger ausfallen. Die Sanierung der Waldwege erfolgt derzeit. Die Mittel hierfür werden wohl auch nicht in voller Höhe ausgeschöpft werden.
Im Gesamtergebnis dürfte 2012 im Gemeindewald somit ein Überschuss in Höhe von rund 40.000 € möglich sein.

Planung für das Waldwirtschaftsjahr 2013

Im Zusammenhang mit dem 10-jährigen Forsteinrichtungswerk wurde im Juli 2007 ein jährlicher Holzeinschlag von durchschnittlich 1.850 fm beschlossen. Der vorgelegte Kultur- und Nutzungsplan 2013 liegt mit 1.340 fm ganz bewusst deutlich unter diesem Durchschnittswert. Durch die freiwillige Festlegung einer Obergrenze beim Brennholz (500 fm / Jahr) soll vor allem auch eine langfristige Sicherstellung der örtlichen Versorgung gewährleistet werden.

Der Schwerpunkt des Holzeinschlags wird neben dem Brennholz wieder bei Fichten und Kiefern liegen. Für die Versteigerung von Eichen-Wertholz sind lediglich 30 fm vorgesehen.

Die anstehenden Durchforstungsflächen werden vor allem in den Abteilungen 10 (Bereich „Kleine Eichen“) und 13 (Bereich „Mönchkeller“) sowie in der Abteilung 14 (Bereich „Finsteres Mädle“) liegen.

Bei stabilen Holzpreisen sollte beim Gemeindewald als Gesamtergebnis ein Überschuss in der Größenordnung von 10.000 - 15.000 € (Gesamtergebnis Vorjahr: ca. 40.000 €) möglich sein. Im kommenden Forstwirtschaftsjahr sind im Vergleich zu 2012 folgende Nutzungen vorgesehen:

Plan 2012 / Plan 2013

Gesamtnutzung: 1.830 fm 1.340 fm

davon Nadelholz (Stammholz) 820 fm / 620 fm
davon Laubholz (Stammholz) 240 fm / 160 fm
davon Laubholz (Brennholz) 500 fm / 430 fm
davon Flächenlose 270 fm / 130 fm

Die im Vorjahr eingeführte Obergrenze von ca. 500 fm Brennholz pro Jahr und die Festlegung einer Höchstmenge von 12 fm je Käufer hat sich aus der Sicht der Verwaltung bewährt. Auswärtige Bestellungen sollten demnach nach wie vor erst berücksichtigt werden, wenn absehbar ist, dass der örtliche Bedarf gedeckt werden kann. Auf eine Preiserhöhung soll beim Brennholz in Abstimmung mit dem Forstamt verzichtet werden, so dass weiterhin folgende Preise gelten sollen:


 

Brennholz

Preis 2012/2013
inkl. MwSt.

Menge 2012
in rm / fm

Brennschichtholz Buche / Eiche

80,- €/rm

30 rm

Fallende Länge Eiche 

58,- €/fm

64 fm

Fallende Länge Buche / Birke

62,- €/fm

484 fm

Fallende Länge Nadelholz

30,- €/fm

12 fm


Der Kulturplan 2013 sieht folgende Pflegemaßnahmen vor:

Auf einer Fläche von 18 ha soll eine so genannte Jungbestandspflege durchgeführt werden. Dabei werden vor allem in den Aufforstungsflächen Konkurrenzpflanzen (zum Beispiel Birken) heraus genommen, um bessere Bedingungen für die am jeweiligen Standort vorgesehene Holzart zu bekommen. In den Jahren 2009 bis 2012 wurden bereits rund 90 ha bearbeitet. Von den hierfür anfallenden Kosten wurden rund 40 % durch Landeszuschüsse abgedeckt. Darüber hinaus sind keine nennenswerten Neu- bzw. Nachpflanzungen vorgesehen.

Der allergrößte Teil der anstehenden Arbeiten soll wieder durch Unternehmer ausgeführt werden. Dies gilt auch für die 18 ha Jungbestandspflege. Der Holzeinschlag soll möglichst wieder anteilig durch die Firma Protzer, Nufringen, und die Firma Notter Holztransporte, Hildrizhausen, erfolgen. Die Rückearbeiten sollen wiederum anteilig an die Firmen Rolf Notter und Notter Holztransporte, beide aus Hildrizhausen, vergeben werden.

Das im Vorjahr bereits angesprochene Alt- und Totholzkonzept sieht vor, im Wald eine gewisse Menge an abgestorbenen Bäumen, die forstwirtschaftlich nicht verwertbar sind, nicht zu fällen sondern sie für bestimmte Tierarten stehen zu lassen. Hierbei gibt es drei grundsätzliche Möglichkeiten, um eine gewisse Anzahl an Bäumen bzw. Fläche auszuweisen:

a) Festlegung von Einzelbäumen im gesamten Gemeindewald
b) Festlegung von so genannten Habitatsbaumgruppen
c) Festlegung eines so genannten Waldrefugiums bzw. einer ausgewiesenen zusammenhängenden Fläche (mit ca. 1 ha)

Die Verwaltung und die Vertreter des Forstamts schlugen hierzu vor, in Hildrizhausen die erste Variante in Form von Einzelbäumen anzuwenden. Die Auswahl der Einzelbäume, die entsprechend gekennzeichnet werden, sollte dabei durch den örtlichen Revierleiter erfolgen.

Nachdem im Jahr 2012 bei den Waldwegen eine etwas umfangreichere Sanierung der Bankette und Gräben durchgeführt wird, sollen auch 2013 nach den Forstarbeiten noch weitere Maßnahmen durchgeführt werden. Im Haushalt sollen hierfür 4.000 € finanziert werden.

Abschließend wurde noch auf den als Anlage beiliegenden Auszug aus dem Kultur- und Nutzungsplan 2013 sowie auf die Übersichtskarte des Kommunalwaldes, der die vorgesehenen Flächen für den Holzeinschlag und die Jungbestandspflege zu entnehmen waren, verwiesen.

Herr Kirch ging daraufhin nochmals vertiefend auf die Entwicklung der Brennholzpreise sowie der verfügbaren Mengen an Brennholz ein. Ebenso bekräftigte er die vorgeschlagene Vorgehensweise in Bezug auf die Nachhaltigkeitskontrolle beim Brennholz sowie das Alt- und Totholzkonzept.

Nach der Beantwortung einiger Rückfragen zu den Tierarten, für die durch das Alt- und Totholzkonzept Lebensräume erhalten werden sollen, zur geplanten Abweichung beim Holzeinschlag gegenüber dem 10-jährigen Forsteinrichtungswerk, zu den ausgewiesenen Kosten für Waldarbeiter, zur Kennzeichnung der Bäume im Rahmen des Alt- und Totholzkonzeptes, zu Bann- und Urwäldern, zum Anteil an Brennholz, das an Auswärtige verkauft worden ist, und zum Ausbau eines Verbindungsweges zwischen Hildrizhausen und Altdorf im Bereich des Staatswaldes wurde einstimmig beschlossen:

  1.  Die Gesamtnutzung im Gemeindewald wird für das Jahr 2013 auf 1.340 fm festgesetzt. Der Holzeinschlag liegt damit um rund 500 fm unter dem Jahresdurchschnitt der so genannten 10-jährigen Forsteinrichtung.
     
  2. Dem vom Kreisforstamt vorgelegten Kultur- und Nutzungsplan für den Gemeindewald 2013 wird zugestimmt.
     
  3. Das Alt- und Totholzkonzept soll über Einzelbäume, die forstwirtschaftlich nicht verwertbar sind, umgesetzt werden. Die konkrete Festlegung erfolgt über den Revierleiter.
     
  4. Beim Brennholz gelten die Regelungen (Gesamtmenge und Preise) des Jahres 2012 weiter.


Bürgermeister Schöck bedankte sich am Ende der Sitzung bei Herrn Kirch und Herrn Demattio sowie den Mitarbeitern des Kreisforstamtes für die gute Zusammenarbeit. Ein weiterer Dank im Zusammenhang mit der Waldbewirtschaftung richtete er an alle Firmen, die im Gemeindewald im Einsatz sind, sowie an alle im Wald Beschäftigten und die Jagdpächter. Ebenso bedankte sich Bürgermeister Schöck bei allen Anwesenden für ihr reges Interesse.