normale Schriftgrere Schriftkleinere Schrift
Gemeinde Hildrizhausen
Asiatischer Laubholybockkaefer

 ALB Informationen

Bundestagswahl 2017

Wahlergebnis
Bundestagswahl 2017  width=aus Hildrizhausen anzeigen

Ortsplan

Ortsplan
zum aktuellen Notdienstkalender  Notdienstkalender

Öffnungszeiten

Montag-Freitag:
09.00 Uhr - 12.00 Uhr
Donnerstag:
16.30 Uhr - 18.30 Uhr
und nach telefonischer
Vereinbarung

Kontakt

Rathaus Hildrizhausen
Herrenberger Straße 13
71157 Hildrizhausen
Fon: 07034 / 9387-0
Fax: 07034 / 9387-40

Bericht über den Waldbegang mit anschließender Gemeinderatssitzung am 30.09.2010


Bürgermeister Schöck konnte zum diesjährigen Waldbegang an der Fuchshütte neben den Mitgliedern des Gemeinderates auch den örtlichen Revierleiter, Herrn Manfred Demattio, einen Teil der örtlichen Jagdpächter, einige interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie die Vertreter der Presse begrüßen.

Zu Beginn erinnerte er nochmals an die Bedeutung des Waldes in Hildrizhausen, die sich schon anhand folgender Zahlen ergibt: von der gesamten Gemarkungsfläche (1.216 ha) sind 637 ha und damit 52 % Wald. Im Eigentum der Gemeinde befinden sich 297 ha Wald, also knapp 25 % der Gemarkungsfläche. Ebenso ging er auf die aktuell stattfindenden Sanierungsarbeiten im Bereich der Fuchshütte (Dach, Vorbereich, Zaun und Tor, Einebnung des umgebenden Geländes) näher ein.

Während des gut einstündigen Rundgangs durch den Gemeindewald mit unterschiedlichen Stationen hauptsächlich in den Bereichen ?Alter Garten?, ?Rötelberg? und ?Äckerichsgrund? erläuterte Herr Demattio neben der jeweiligen Zusammensetzung dieser Abschnitte mit verschiedenen Holzarten insbesondere die Entwicklung von so genannten Eichentrupp-Pflanzungen an unterschiedlichen Standorten. In diesem Zusammenhang ging er auch auf deren Anordnung näher ein. Genau erklärt wurden von Herrn Demattio darüber hinaus die notwendigen Pflegemaßnahmen im Laufe der Jahre, damit sich eine derartige Anpflanzung auch wie gewünscht entwickelt. An anderer Stelle wurde den Anwesenden das Prinzip der Naturverjüngung anschaulich erläutert. Flächen, in denen in diesem Jahr Maßnahmen durchgeführt worden sind, wurden ebenso gezeigt wie Bereiche, in denen im kommenden Jahr ein Holzeinschlag vorgesehen ist. Gegen Ende ging Herr Demattio noch auf das Vorkommen des sehr seltenen und deshalb geschützten Juchtenkäfers im Gemeindewald ein.

Während des Waldbegangs beantwortete Herr Demattio auch ausführlich Nachfragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so dass am Ende keine Frage offen blieb.

Pünktlich zur Gemeinderatssitzung kehrte die Gruppe wieder zur Fuchshütte zurück, um den Kultur- und Nutzungsplan für den Gemeindewald 2011 zu beraten. Dort stieß auch der stellvertretende Leiter des Kreisforstamtes Böblingen, Herr Christian Kirch, dazu.
Da ein Großteil der Informationen bereits beim Waldbegang gegeben wurde, ging der Vorsitzende nur noch kurz auf die wichtigsten Kennzahlen der Jahre 2010 und 2011 ein.

Ergebnisse des Waldwirtschaftsjahres 2010

Im Jahr 2010 wurde bisher ein Holzeinschlag von rund 1.500 fm vorgenommen. Im Spätherbst werden voraussichtlich noch weitere 300 fm eingeschlagen. Die voraussichtliche Gesamtmenge von 1.800 fm liegt damit 150 fm über dem ursprünglichen Planziel von 1.650 fm. Der zehnjährige Durchschnitt der Forsteinrichtung sieht eine Jahresmenge von 1.850 fm vor.

Im Jahr 2010 musste bisher erfreulicherweise fast kein Sturm- und Käferholz aufgearbeitet werden. Durch die schlechten Preise beim Eichenholz wurde im Jahr 2010 der Schwerpunkt auf Fichten, Kiefern und Brennholz gelegt. Dadurch konnte auch kein Eichenholz zur Wertholzversteigerung gebracht werden. Durch steigende Preise beim Nadelholz fällt das wirtschaftliche Betriebsergebnis im Jahr 2010 dennoch zufrieden stellend aus.
Auf der Ausgabenseite wurden die Arbeiten für die Jungbestandspflege nahezu vollständig an einen Unternehmer vergeben. Die Kosten in Höhe von rund 10.500 ? werden etwa zu 40 % durch einen Landeszuschuss abgedeckt.
Im Gesamtergebnis dürfte 2010 im Gemeindewald ein Überschuss in Höhe von rund 8.000 ? möglich sein.

Der Holzeinschlag durch die Fa. Protzer, Nufringen, verlief aus der Sicht der Verwaltung reibungslos.

Planung für das Waldwirtschaftsjahr 2011

Im Zusammenhang mit dem 10-jährigen Forsteinrichtungswerk wurde im Juli 2007 ein jährlicher Holzeinschlag von durchschnittlich 1.850 fm beschlossen. Der jetzt vorgelegte Kultur- und Nutzungsplan 2011 sieht genau diesen Durchschnittswert vor.

Der Schwerpunkt des Holzeinschlags wird wieder bei Fichten, Kiefern und dem Laubbrennholz liegen. Durch ansteigende Preise beim Laubholz sollen aber auch wieder Eichen und Buchen geschlagen werden. Für die Versteigerung von Wertholz sind 70 fm Eiche vorgesehen.

Die Schwerpunkte 2011 liegen vor allem in Durchforstungsflächen in der Abteilung 5 (Bereich ?Äckerichsgrund?) und in der Abteilung 12 (Bereich ?Galgenhau?) sowie in der Abteilung 13 (Bereich ?Mönchkeller?). Die Endnutzung der Fichten soll dabei vor allem in der Abteilung 5 durchgeführt werden. Eine kleinere Durchforstungsfläche (ca. 110 fm) soll in diesem Winter mit Prozessoreinsatz durch einen Unternehmer bearbeitet werden.

Der Waldarbeiter der Gemeinde kann aus gesundheitlichen Gründen ab dem Jahr 2010 nicht mehr bei der Waldarbeit eingesetzt werden. Hierzu zählt insbesondere der Holzeinschlag. Somit müssen die im Wald anfallenden Arbeiten nahezu vollständig an Unternehmer vergeben werden.

In Bezug auf den Holzeinschlag hat sich neben der seitherigen Fa. Protzer, Nufringen, bei der Verwaltung auch die Fa. Notter Holztransporte, Hildrizhausen, als weiterer Interessent gemeldet. Die Verwaltung wird daher mit beiden Unternehmern im Vorfeld des Holzeinschlags Kontakt aufnehmen. Dabei sollen insbesondere die Kosten für den anstehenden Holzeinschlag sowie die Art und Weise der Durchführung (direkt oder durch Subunternehmer) verbindlich geklärt werden, um auf dieser Basis eine Entscheidung treffen zu können.

In Absprache mit der Forstverwaltung wurde in Bezug auf das Anrücken
(Transport / Sortierung / Stapelung der Stämme am Wegrand) vorgeschlagen, dass die anstehenden Arbeiten 2011 wie bereits im vergangenen Winter zur Hälfte durch die Fa. Rolf Notter, Hildrizhausen, erfolgen. Die andere Hälfte der Arbeiten soll durch die Fa. Notter Holztransporte, Hildrizhausen, als Ersatz für die Fa. Marquardt, Altingen, erbracht werden.

Durch die teilweise gestiegenen Holzpreise beim Laubholz und der vorgesehenen Teilnahme an der Eichenversteigerung werden sich die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr wieder erhöhen. Dadurch wird sich das Gesamtergebnis im Gemeindewald auch insgesamt verbessern. Die Berechnungen des Kreisforstamtes und der Verwaltung gehen von einem Überschuss in der Größenordnung von rund 25.000 ? (Vorjahr ca. 8.000 ?) aus.

Im kommenden Forstwirtschaftsjahr sind im Vergleich zu 2010 folgende Nutzungen vorgesehen:

 

Plan 2010

Plan 2011

Gesamtnutzung

1.650 fm

1.850 fm

davon Nadelholz

880 fm

920 fm

davon Laubholz (Stammholz)

20 fm

280 fm

davon Laubholz (Brennholz)

750 fm

650 fm


Der Kulturplan 2011 sieht folgende Pflegemaßnahmen vor:

Auf einer Fläche von 21,1 ha soll eine so genannte Jungbestandspflege durchgeführt werden. Dabei werden vor allem in den Aufforstungsflächen Konkurrenzpflanzen (zum Beispiel Birken) heraus genommen, um bessere Bedingungen für die am jeweiligen Standort vorgesehene Holzart zu bekommen. Im Jahr 2009 wurden von einem Unternehmer bereits 20 ha und im Jahr 2010 16 ha bearbeitet. Von den hierfür anfallenden Kosten wurden rund 40 % durch einen Landeszuschuss abgedeckt. Darüber hinaus sind keine nennenswerten Neu- bzw. Nachpflanzungen vorgesehen.

Nachdem in den letzten Jahren für die Unterhaltung der Waldwege nur geringe Ausgaben zu verzeichnen waren, soll 2011 wieder eine etwas umfangreichere Sanierung der Bankette und Gräben durchgeführt werden. Im Haushalt sollen hierfür 4.000 ? finanziert werden.

Die als Anlage beiliegenden Unterlagen des Kultur- und Nutzungsplanes 2011 sowie eine Übersichtskarte des Kommunalwaldes wurden in der Sitzung von den beiden anwesenden Vertretern des Kreisforstamtes zusätzlich erläutert. Ebenso gingen sie in diesem Zusammenhang auf die Preisentwicklung bei einzelnen Holzarten und auf die daraus resultierende Menge des Holzeinschlags sowie diesbezüglich notwendige Anpassungen bei der Vermarktung und auf den steigenden Brennholzbedarf im Vergleich zum Bedarf an Industrieholz sowie die damit verbundene Preisentwicklung näher ein.

Nach der Beantwortung einiger Rückfragen zur durchschnittlichen Menge an Eichenholz für die jährlich stattfindende Versteigerung und zur nachwachsenden Menge an Holz im aktuellen Jahr wurde einstimmig beschlossen:

  1. Die Gesamtnutzung im Gemeindewald wird für das Jahr 2011 auf 1.850 fm festgesetzt. Der Holzeinschlag entspricht damit genau dem jährlichen Durchschnitt der so genannten 10-jährigen Forsteinrichtung.
     
  2. Dem vom Kreisforstamt vorgelegten Kultur- und Nutzungsplan für den Gemeindewald 2011 wird zugestimmt.

Bürgermeister Schöck bedankte sich am Ende der Sitzung bei Herrn Kirch und Herrn Demattio sowie den Mitarbeitern des Kreisforstamtes die gute Zusammenarbeit. Ein weiterer Dank im Zusammenhang mit der Waldbewirtschaftung richtete er an die Mitarbeiter des Bauhofes, die Jagdpächter und an alle Firmen, die im Gemeindewald im Einsatz sind. Ebenso bedankte sich Bürgermeister Schöck bei allen Anwesenden für ihr reges Interesse.

Im Anschluss daran klang der Abend gemütlich bei belegten Brötchen und Getränken in der Fuchshütte aus.